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Mehr Ideologie als Geschäftssinn

Bei diesem Laden steckte wohl auch sehr viel Ideologie mit drin. Angefangen mit dem Spruch an der Tür.

Das Problem ist: Guter Wille alleine reicht nicht für eine Geschäftsidee. Es muss auch einen Markt dafür geben. "Unverpackt"-Läden gibt es inzwischen einige und vegane Cafés sind nun auch nicht mehr so neu. Aber ausgerechnet in Delmenhorst hätte ich dafür keinen Markt gesehen, damit hätte man hier in der Neustadt oder im "Viertel" hier in Bremen sicherlich mehr Erfolg gehabt.

Ich würde hier bei mir im Laden auch gerne mehr Bio und weniger aus dem Hause der Weltkonzerne anbieten, aber so erreicht man nicht die Masse. Mit unserem Mix-Sortiment führen wir die Top-Ränge innerhalb der EDEKA mit dem Bio-Anteil an, faktisch stehen wir noch ein paar Plätze weiter oben, da wir auch Bio-Produkte verkaufen, die für die Berechnung der Edeka-Statistik gar nicht herangezogen werden. Aber: Das haben wir uns in 20 Jahren erarbeitet. Wir haben nie mit dem erhobenen Zeigefinger dagestanden und auf Bio verwiesen. Aber wir haben auch nicht das berühmte Bio-Regal hier im Laden, wo man noch den hauch vom verstaubten Bioladen-Image verspürt. Bei uns stehen Suppen von Erntesegen neben denen von Maggi, die Ökoland-Würstchen neben denen von Meica und das Mehl von der Hammer Mühle neben dem unserer Eigenmarke. Ganz ungezwungen können (und konnten schon immer) unsere Kunden zwischen bio und konventionell auswählen und genau so haben wir nach und nach quasi mit unseren Kunden das Sortiment dahin gebracht, wo es jetzt steht.

Wie auch immer: Beim "… don't come in"-Laden ist jetzt Ausverkauf.

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Comments

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Rebecca on :

So lebt man (Bio-)Inklusion :-)

Birger on :

Tatsächlich habe ich diese Strategie der Bio Inseln nie verstanden. Wenn ich Lebensmittel einkaufe, dann brauche ich z. B. Mehl. Ich kaufe es in Bio, wenn vorhanden, sonst eben konventionell. Ich habe keine Lust, erst im Bio Regal zu schauen und dann nochmal ins normale Sortiment zu laufen... Rewe hatte das eine Zeit lang häufig, es wird aber besser.

Die Unverpackt-Läden leiden schon immer an einem schlechten Preis Leistung Verhältnis, auch wenn ich es erschreckend finde, dass einzeln in Plastik verpackt Ware so viel günstiger ist. Mit der Inflation und den gestiegenen Energiepreisen brechen denen aktuell einfach die Kunden weg. Und Corona war ja auch noch...

Sonstwer on :

Das Problem der unverpackt Läden: Wenn der Kunde wirklich nur die unverpackte Ware in mitgebrachten Behältern kauft, dann kann der Laden davon nicht leben, wenn er reelle Preise verlangt.

Also wird Zeugs "um den nachhaltigen Einkauf herum" angeboten und teuer verkauft - am besten Behälter zum Transport der Produkte - aber auch das kauft der zielgruppengerechte Kunde einmal und nutzt es dann lange.

Unverpacktes Teilsortiment, wie es tegut in Hessen und Thüringen macht, ist da ein ganz anderes Thema, da kann man, weil man nur einen Bruchteil des Ladens so nutzt, möglicherweise soger insgesamt positives Ergebnis erzielen. Aber nur unverpackt und dann noch stark meinungsdurchsetzt muss und wird daher schiefgehen.

Mitleser on :

Die Schließung liegt wohl eher an der aktuellen Weltlage und nicht an fehlender Zielgruppe, zumindest laut Gesichtsbuch-Post.

Stephan535 on :

Na ja - was man dann halt immer so sagt.
Wer sagt schon in solchen Beiträgen, dass man schlecht gewirtschaftet habe..

(Richtig: Ich weiß nicht, was wirklich war, das ist klar)

Numanoid on :

Das kennt man ja zur Genüge. Wenn es mit dem Schwimmen nicht so klappt, wie es soll, dann ist immer die Badehose dran schuld.

Panther on :

Fairerweise sollte man erwähnen, dass Unverpackt-Konzepte auch inmitten etablierter Läden/Ketten durchaus kein Selbstläufer sind.

Solange aber selbst Produkte, die z.B. neben dem klassischen Tetrapak auch in der (nicht individuellen) Pfandflasche angeboten werden, dank billiger Einwegverpackungen in der Mehrwegvariante deutlich teurer (bzw. zum selben Preis in entsprechend geringerer Menge) angeboten werden, fühlen sich leider nur "Überzeugungstäter" angesprochen.

Und auf den Tag, an dem Inverkehrbringer von Einwegverpackungen und gesundheitsschädlichen Nahrungsmitteln (und damit Endkunden) angemessen an den verursachten Folgekosten beteiligt werden, können wir laaange warten.

Nobody on :

Finde sowas auch nicht gut. Aus mehreren gründen:
a) werden da entsprechende subjekte getriggert
b) sind das aus meiner Sicht gesellschaftliche Selbstverständlichkeiten (du sollst nicht töten, stehlen usw.)
c) jemand der so tickt, den sollte man nicht ausschließen, sondern gelassen zeigen das es keinen Grund gibt für solch eine Einstellung. (Hier aufm Dorf rümpfen die älteren Nachbarn schon die Nase wenn „jemand mit Kopftuch“ ne Wohnung besichtigt)
d) wenn man sich mit solche statements profilieren muss, dann möchte ich nicht wissen was sich noch tiefer versteckt
e) Schubladendenken ist grundsätzlich gut und wichtig für schnelle Entscheidungen, aber genauso schnell wie man jemanden in eine Schublade steckt, muss man es dann auch hinterfragen ob man demjenigen nicht vielleicht unrecht tut.

Usw usw da gibts noch so vieles zu zu sagen. Und letztlich muss man sagen das ein Geschäftsmann dazu da ist Geschäfte zu machen, will er predigen, da gibts andere Gebäude und Jobs ;-)

Nicht der Andere on :

Sollte dieser Kommentar wirklich unter die Schließung des Unverpacktladens? Scheint recht viele lose Enden zu haben.

Chris_aus_B on :

Ich denke ja, aber er bezieht sich mehr auf den am Anfang des Artikels verlinkten ersten Beitrag zu dem Laden mit dem Bild von der Tür.

Raoul on :

Ich würde sagen, er sollte unter den oben verlinkten Ursprungs-Unverpacktbeitrag.

Tobias on :

Das Du die Bio-Produkte neben die "normalen" plazierst finde ich gut, so sehen Deine Kunden gleich welche alternativen Angebote es gibt.

eigentlichegal on :

Schlussfolgerung: In Delmenhorst wohnen nur Rassisten, Sexisten, Homophobe und Arschlöcher

Raoul on :

So wird der (ehemalige) Ladenbesitzer vielleicht sogar denken. :-)

Nicht der Andere on :

Das weiß doch jeder! Und Björn!

Chris_aus_B on :

Ebenso unwahrscheinliche Alternative: es wohnt niemand mehr dort.

Michael F. on :

Das Problem ist eben oft die Engstirnigkeit. Es ist dieses "nur und ausschließlich so leben" in den Argumenten, was den erhobenen Zeigefinger aufdringlich macht.
Mal davon abgesehen, dass man sich diese Denkweise auch leisten können muss ...

Marko on :

War überhaupt schon mal ein solcher Laden erfolgreich. Spätestens nach einem halben Jahr war der eh dicht.

Allein bei den Preisen und dern Bequemheit der Menschen kann das nicht funktionieren.

Eine Hand voll Leute reicht da halt nicht aus.

Und warum immer gleich so radikal. Man sollte lieber so schnell wie möglich versuchen die Verpackung so schnell wie möglich irgendwie zu reduzieren.

J D on :

Das überrascht mich nicht. Leute, die meinen, in einer solchen Form ihre Ideologie verbreiten zu müssen, haben nach meiner Erfahrung meistens keinen großen Sinn für wirtschaftliches (kaufmännisches) Denken. Umso mehr, wenn es um die hier gegenständliche "links-grüne" Ideologie geht.

Wenn man einen Massenmarkt ansprechen will (und das will man gerade im LEH ja m. E. i.d.R.), sollte man auf eine solche Zurschaustellung der eigenen Ideologie tunlichst verzichten. Besonders, wenn sie derart penetrant und aggressiv vorgetragen wird... Dieser "erzieherische Touch" stößt nach meiner Beobachtung ohnehin viele Leute eher ab, selbst wenn sie der Sache selbst eher positiv gegenüberstehen.

Andrea on :

Bio-Produkte sollten schon neben "normalen" in den Regalen stehen. Ich mag es, erst mal für mich selbst den Unterschied dazwischen merken und mich für das Richtige entscheiden.

Andreas on :

Hallo Gerd Hirning! Wie ist das in Konstanz so mit Bio, gibt es dort auch das berühmte Spam?

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